Die HygieneAmpel in der Gastronomie und Hotellerie

Die Hygiene-Ampel in der Gastronomie und Hotellerie

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Die deutschen Verbraucher wollen es wissen: ist das Restaurant um die Ecke hygienisch unbedenklich? Verwendet mein Lieblingsrestaurant qualitativ unbedenkliche Lebensmittel? Die Einführung einer Hygieneampel soll anscheinend helfen.

Die Hygieneampel – ein Transparenzsystem

Seit 2010 wird in Deutschland bereits darüber gesprochen eine sogenannte Hygieneampel in der Gastronomie und Hotellerie einzuführen: ein Kontrollsystem zur Überwachung der Hygiene in Betrieben, die mit Lebensmitteln arbeiten, sowie zur Prüfung der Qualität verwendeter Lebensmittel. Außer Bayern stimmten alle Bundesländer einer Einführung besagten Transparenzsystems zu. Ziel ist es, langfristig die Beanstandungsquoten der Lebensmittelüberwachung zu reduzieren sowie Verbraucherrechte zu stärken.

Das Vorgehen

Nach vielen Jahren wurde nun endlich ein Gesetzesentwurf vom Bundesverbraucherschutzministerium beschlossen: mit den neuen Gesetzen für Gastronomie und Hotellerie 2017 soll nach einer Übergangsphase von 36 Monaten in Deutschland die Einführung eines, für alle einsehbaren, Kontrollbarometers starten. Mithilfe von Ampel-Farben wird symbolisch an jedem Restaurant, Lebensmittelmarkt und Café, aber auch in der Hotellerie sichtbar gemacht, die einwandfrei die hygienischen Zustände vor Ort sind. Die besten Restaurants und die besten Hotels werden so beispielsweise, für die Verbraucher deutlich einsehbar, entsprechend mit der Farbe grün ausgezeichnet. Ab 2019 soll diese Kennzeichnung für das ganze Bundesland NRW verpflichtend sein.
Je nach Beurteilung werden Einstufungen in Risikoklassen (RK) vorgenommen, die von RK1 (tägliche bis wöchentliche Kontrollfrequenz) bis zu RK9, drei- bis fünfjähriger Kontrollfrequenz reichen.

Die Kritiken

Die meiste Kritik an der Hygieneampel ist die Befürchtung einer mangelhaften Umsetzung durch zu wenige Lebensmittelkontrolleure und ansteigende Mehrkosten für die Kommunen. Dadurch könnte eine schlechte Bewertung, trotz schneller Beseitigung der Beanstandungen, längere Dauer bestehen, bis eine erneute Kontrolle erfolgen würde. Eine schlechte Einstufung über einen längeren Zeitraum könnte jedoch fatale Folgen für einen Gastronomiebetrieb haben. Aus diesem Grund können Betriebe kostenpflichtig eine erneute Kontrolle binnen drei Monate auf freiwilliger Basis beantragen.
Ein weiterer Kritikpunkt wurde Seitens der CDU laut. So wäre die Einführung einer Hygieneampel ein Zeichen des Misstrauens gegenüber Betrieben. Viele aus der Lebensmittelbranche seien verärgert. Schlechte Bewertungen aufgrund kleinster „Delikte“ könnten ganze Existenzen gefährden und der bürokratische Aufwand wird zukünftig für alle Beteiligten deutlich ansteigen.

Fazit

Ob sich das Ampelsystem nun bewehrt, wird die Zeit zeigen. Eines ist jedoch sicher: Verbraucher profitieren von diesem Mehraufwand, da durch die Einführung einer Hygieneampel deutlich sichtbar ist, bei welchen Betrieben hygienische Verbesserungen notwendig sind. Ferner bleibt die Frage offen, in wieweit eine 3 Punkte-Skala aussagekräftige Rückschlüsse auf die Sauberkeit im Betrieb ziehen lässt.

Was ist in dem Fall der Auszeichnung noch “erträglich” – bei einer gelben Ampelfarbe, werden sicherlich schon die ersten Gäste oder Kunden ausbleiben. Hilfreich wäre es zudem die Gründe des Mangels aufzuführen. Eine verschmutzter Gästebereich wird sicher anders bewertet, als eine unreine Küche oder ein unhygienisches Warenlager.

Wie so oft, ist dieser Gesetzesbeschluss unausgereift und benötigt eine lange Testphase, um deutlich die Vor- und Nachteile erkennen zu lassen. In NRW wird sich zeigen, ob die Hygieneampel auf Bundesebene ausgeweitet werden kann.

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